Neulich in Regensburg

Blick auf die Donau

Neulich sind wir nach Regensburg gefahren um einen Wasserkocher zu kaufen. Den Alten hab ich aus Versehen mit der heißen Herdplatte geschrottet. 🙈 Passiert mal. 😬 Unser kleines Dorf liegt so super Zentral, nach Landshut ca. 20 Minuten, Ingolstadt ca. 35 Minuten und eben Regensburg auch ca. 35 Minuten. Ich weiß, LA wäre näher, aber da ja alles so lange zu hatte wegen dem Lockdown, musste ich da wieder mal hin. Wer weiß wie lange wieder alles auf hat bevor die, mittlerweile 4. Coronawelle über uns fliegt.

Ich war jetzt schon so oft in Regensburg, aber nie wirklich richtig. Eigentlich fahren wir da auch nur zum shoppen hin, da es dort so tolle Einkaufsmöglichkeiten gibt. Mein Lieblingseinkaufszentrum dort ist das Donau-Einkaufszentrum. Dort bekommt man fast alles. Es dauerte auch nicht lang das ich dann stolzer Besitzers eines Wasserkochers war, der sich aber leider zu Hause als Defekt entpuppte und wir ihn die Tage umtauschen mussten. 🤦🏻‍♀️

Zum Abendessen gab es einen sehr, sehr leckeren Salat. 🤤 Ich kannte den Laden nicht, nennt sich dean&david, es ist alles Frisch und supergroße Portionen. Bei mir kommt es selten vor, das ich bei einer Schüssel Salat voll bis obenhin bin. zum Abschluss durfte der Latte Macchiato nicht fehlen.

Also, vollgepackt mit tollen Sachen fuhren wir wieder in Richtung Heimat. Die Frankenstrasse, die uns zu unserer Autobahneinfahrt führt, sind wir schon tausende Male gefahren und noch nie oder nicht wirklich sind mir die Skulpturen in Richtung Donau aufgefallen. 🙈 Anscheinend hat mein Mann sie auch das erste Mal gesehen, da er fragte was das ist. 🤷🏻‍♀️

Neugierig wie wir sind wendete er bei der nächsten Möglichkeit. Angekommen, stiegen wir aus. Von dem anderen Ufer der Donau kam klassische Musik, mag ich eigentlich gar nicht, aber es passte gerade zur Abendstimmung. Wir setzten uns ans Ufer, lauschten der Musik und beobachteten die Enten. Die Skulpturen waren hinter uns. Von denen hatten wir dann noch ein paar Fotos geschossen, leider nur mit dem Handy, da ich meine Kamera nicht dabei hatte.

Obelisk an der Frankenstrasse
Hinter den Obelisken führt die Frankenstrasse entlang
Von Max Buchhauser, Gärtner und Hobbybildhauer

Wissenswertes über den verwilderten Skulpturengarten

Wer von der Autobahn zum Dultplatz auf die Frankenstraße abbiegt oder wer auf dem Damm des Europakanals Spaziergen geht, der kann den Skulpturengarten von Max Buchhauser bewundern. Die Obelisken haben sich bereits zu einem kleinen Wahrzeichen von Regensburg entwickelt. Sinn und Zweck der Freiluftausstellung behielt der im Sommer 2015 verstorbene Künstler Buchhauser für sich. Ein Großteil seiner Gartenanlagen, einschließlich der Treibhäuser, musste wegen dem Bau der Oberpfalzbrücke weichen. Max Buchhauser, von Beruf Gärtner, erhielt zwar von der Stadt eine finanzielle Entschädigung, konnte seinen Beruf aber nicht mehr ausüben. Was übrig blieb, war ein Acker etwa in der Größe eines Fußballplatzes, der zwischen dem Europakanal und der Frankenstraße eingeengt liegt. Dieser Garten ist bekannt für seine bis zu drei Meter hohen und teilweise ebenso breiten grotesken Skulpturen entlang seiner Nord- und Südseite, die von der Straße und der Brücke, aber auch vom Kanal aus sichtbar sind.

Die Skulpturen sind eine bewusst chaotische Mischung aus den Stilen mehrerer Epochen. Von den Ägyptern, über die Griechen, die Römer, die nationalsozialistische Kunst bis hin zur naive Bildhauerei. Alle Stilrichtungen und Kulturepochen sind vertreten. Buchhauser ging damals auf Reisen und brachte von dort seine künstlerischen Eindrücke aus vielen Ländern mit, die er professionell in Stein verewigte.

Die Obelisken an der Frankenstraße zeigen ein sehr breites Repertoire verschiedenster Epochen. Man erkennt grimmig schauende Flussgötter, geflügelte Drachen und Streitwagen neben Menschen afrikanischer Herkunft, Prinz Charles mit großen Ohren und ein Oldtimer. Den Fußgängern und Wartenden der anliegenden Bushaltestelle sehen sich mit Schreckgestalten aus der griechischen Mythologie und einem plastisch hervorspringenden Krokodilkopf konfrontiert.

Der Skuplturenpark entstand zwischen 1977 und dem Jahr 2000. Noch heute warten unfertige Löwen im hohen Gras auf ihre Vollendung. Buchhauser verbaute neben Sandstein auch antike Fragmente, die Denkmalpfleger heute vor Herausforderungen stellen würden.

Unfertiger Löwe von Max Buchhauser

Das besondere am Skulpturengarten ist, dass sich das Gelände in bester Baulage heute immer noch in der Hand der Buchhausers befindet. Max Buchhauser hat es einem Sohn und einem Enkel, die in Duisburg leben, vererbt. Was später einmal damit wird, darüber lässt sich nur spekulieren. Zu wünschen bleibt, dass die grüne Oase aus naturbelassenem Biotop und künstlerischen Kuriositäten zwischen zwei Verkehrswegen, den Regensburgern erhalten bleibt.

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